Wie üblich nahmen alle noch sorglos ihr Frühstücksbrot ein, bevor wir uns auf den Weg zu den Arbeitsplätzen in der Schule, auf der Alp und beim Bauern machten. Wir, die zum Bauern Eingeteilten, wussten schon am Vortag, dass viel Arbeit uns erwarten würde. Es galt, ein ganzes Stockwerk zu betonieren.
Hochmotiviert haben wir uns an die zugeteilte Arbeit gemacht. Nadia, Luki und Ivo mussten die Armierungseisen fertig binden, was etwa 2 Stunden dauerte. Patrick und Michi wurden zum Pickeln an einem Hang beordert (was das eigentlich sollte, wissen sie heute noch nicht), Özhan und Zagorka bereiteten die Betonmischmaschinen vor. Andi und Phillippe trafen später ein und bereiteten sich mental auf die bevorstehende, grosse Tat vor.
Gegen halb 10 Uhr neigten sich die Vorbereitungsarbeiten dem Ende zu und wir schritten zur eigentlichen Etappe. Der Bauherr führte uns in die Geheimnisse des perfekten Betonmischens ein: ½ Kessel frisches Brunnenwasser, 9 Schaufeln Kieselsteine und 3 Schaufeln guten Zements müssen sorgfältig in den Schlund des Mischers geworfen werden, dann 23 x darin gewendet und durchmischt werden, bevor man es in den Schubkarren eines Lernenden giessen kann, der diesen dann auf kurvigem, beschwerlichen, wackligen Pfad zum Zielort fahren musste. Die Arbeitsplätze jedes Einzelnen wurden nach Massgabe der Muskelmasse der Beteiligten zugewiesen. Damit versteht sich von selbst, dass Özhan beim Schubkarrenfahren seine neue Passion finden sollte, was für ihn sicher eine passende Alternative für verpasste Stunden im Fitnesskeller sein dürfte. Am Anfang sah ja alles ganz leicht und einfach aus, aber insgesamt stand das Einbringen von 10 Kubikmeter Beton auf dem Programm, was in etwa 200 Schubkarrenladungen entspricht. Das Betonieren war im vollen Gang, doch kurze Zeit später, mussten wir feststellen, dass der Chefmaurer (von uns Hobbymaurer genannt) vom Betonieren keine Ahnung hatte. Er erwartete von den Schubkarrenschieber, dass sie den Beton beim Eingang hineingiessen. Der Bauherr (René) sagte, dass diese Tat ein Humbug sei und er besser in der Ecke hinten mit dem Betonieren hätte beginnen sollen. Sogar die Frauen in unserer Gruppe wussten, wie man beim Betonieren hätte vorgehen sollen. Durch diesen Fehler wurde uns die Arbeit noch zusätzlich erschwert. Durch den Druck, den René uns aufgebrummt hatte, nahm die Sauberkeit unseres Arbeitsplatzes von Minute zu Minute ab was uns mit der Zeit gar nicht mehr gross störte.
In der Halbzeit kamen Déjan und Fillipe als Unterstützung zu uns und damit wir keine Zeit verlieren würden, haben wir in Schichten Pause gemacht. Bis 5 Uhr Abends waren über drei Viertel des Deckenplatte fertig betoniert, als wir uns müde aber auch glücklich auf den bevorstehenden Abend wieder zur Unterkunft begaben.
Nach erfrischender Dusche gab es zum Znacht leckere Pizza und wir liessen den Abend bei geselligem Beisammensein ausklingen.
Ivica Bilic